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Nicola Schrudde Feenwelten über "Katalog zerlegter Bilder" von Susanne Fasbender, 2005 Jede Künstlerin, jeder Künstler ist auch nur ein Mensch und darum erlaube ich mir, die Künstlerin, um die es hier geht, und die ich persönlich kenne, gelegentlich mit ihrem Vornamen anzusprechen. Dies soll aber nicht die Aufmerksamkeit schmälern, die ich ihrer Arbeit zollen will. Im Gegenteil, nichts ist schwieriger als beim Du“ das zu sehen, was keine persönliche Anrede besitzt, bzw. die unbedingte Auslassung einer persönlichen Anrede bedarf. Und mit diesen Sätzen sind wir schon im Zentrum der künstlerischen Auseinandersetzungen von Susanne, - Susanne Fasbender, - der Künstlerin, gelandet: in einem großen grünen, dunkelgrünen Zimmer, in der Mitte des Raumes stehen zwei Tische mit jeweils einem Rechner, an den Wänden hängen Fotografien. Hinter dem Fenster ist die Dunkelheit. Susanne Fasbender berichtet von der Unmöglichkeit, Menschen fotografisch zu portraitieren, ohne ihnen respektlos zu nahe zu treten. Ausgestattet mit ihrer Kamera sieht sie unausweichlich in persönliches Dasein hinein. Das Kameraobjektiv wird zum Sinnesorgan einer Neugier auf menschliche Innenwelten, die intuitiv durch die Inszenierung der Personen im Bild auf die Oberfläche eines Fotopapiers gebracht werden. Die Fotografin ist diesem Sog einer Erforschung seelischer Befindlichkeiten genauso ausgeliefert wie die Portraitierten selbst. Ihre Seelen liegen offen zutage, schutzlos, und der kalte Glanz der Offenkundigkeit verfälscht darüber hinaus ihr Abbild. Es ist der Schrecken über den Verlust von Geheimnis, der der Künstlerin noch im Nacken hängt, als sie systematisch beginnt diese überfrachteten Bildwelten zu demontieren, zugunsten eines feinen Windes, der durch Stoffe, Himmel, Wolken, Bäume weht. Allein im Verborgenen des Geheimnisses lässt sich Wahrheit erahnen. Dieser Erkenntnis folgend arbeitet Susanne Fasbender mit Überlagerungen von Bildern, die in der Verunklärung der einzelnen Motive zwischen ihren durchlässigen Schichten andere geistige Räume erschließen wollen. Die technischen Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung kommen ihr dabei entgegen. Die Personen, die in den Ausgangsfotografien zu Akteuren von Gefühlen geworden waren, verlassen das Zentrum der Bühne: Bildzusammenhänge werden aufgebrochen durch Zerstückelung des Ganzen in kleinere Formate, ausschnitthaft und dennoch wohlkomponiert. Als offensichtliche Zeugnisse der Gegenwart von Personen ist hie und da nur noch eine Hand, ein Fuß, die Falten eines Kleidungsstücks zu sehen. Es ist, als verlagere sich der Schwerpunkt ihrer Präsens in immaterielle Eigenschaften, als sähe man ihre Aura, als nähme man ganz deutlich einen Duft und das Rascheln ihrer Kleidungsstücke wahr. Sie werden zu fernen Gestalten, sehnsuchtsvoll und rein, in Einklang mit ihrer sie umgebenden Welt verfließend. Glück und Unglück, Freude und Ängste werden im Diffusen zwischen Licht und Schatten aufgesogen. Die Bilder erfahren eine Entpersonalisierung parallel zum Eintritt in andere Abstraktionsebenen. Susanne Fasbender begibt sich in die Welt der Märchen, um elementare menschliche Sehnsüchte zu beleuchten. Archetypische Bilder, wie das der unschuldigen Braut, der innigen Maria, des Leben verheißenden Kindes oder das des neugierig kraftvollen Wanderers geistern in einer Anmutung der Ungreifbarkeit immer wieder durch ihr farbenreiches Werk. Und wer sich fragt, wo könne denn die kleine Tinkerbell, jetzt, nachdem sie einige Jahre älter geworden, wohl leben, der schaue sich einfach die Arbeiten von Susanne Fasbender an. 08.11.05 Nicola Schrudde